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Aktienanlage als Geldanlage Sinnvoll?

Wer in Aktien investiert sollte wissen, dass es neben möglichen Gewinnen auch zu Verlusten kommen kann. Dies gilt umso mehr, desto kurzfristiger das Investment ist. Zwar sind größere Verluste bei einem sehr langfristigen Investment in die Wertpapiere von mindestens zehn Jahren nicht besonders häufig, aber dennoch ist es sinnvoll, einige Maßnahmen zu ergreifen. Tatsächlich gibt es mehrere Optionen, wie Sie als Anleger drohende oder mögliche Verluste bei der Anlage in Aktien verhindern oder zumindest reduzieren können.

Welches Risiko besteht bei der Aktienanlage?

Unabhängig davon, für welche Kapitalanlage Sie sich im Detail entscheiden: Am Markt gibt es prinzipiell vier Risiken, die eine Geldanlage aufweisen kann, nämlich:

  • Emittentenrisiko
  • Ertragsrisiko (Zinsrisiko)
  • Kursrisiko
  • Währungsrisiko

Die Frage ist nun, von welchen dieser Risiken Aktien betroffen sind. Unabhängig von der einzelne Aktie weist jedes Wertpapier dieser Art stets ein Emittentenrisiko auf. Dieses beinhaltet, dass die Aktie eventuell wertlos wird, falls die Aktiengesellschaft Insolvenz anmelden muss. Vom Emittentenrisiko ist also jede Aktie betroffen, auch wenn es natürlich Unterschiede hinsichtlich der Höhe des Risikos gibt.

Ein zweites Risiko, welches ebenfalls auf jede Aktie zutrifft, ist das Kursrisiko. Anders als Anleihen werden Aktien nicht zu einem bestimmten Termin zum Nominalwert zurückgezahlt, sondern fortlaufend an der Börse gehandelt. Als Anleger haben Sie also immer nur die Möglichkeit, das Wertpapier zum dann aktuellen Kurs zu veräußern. Auch das dritte prinzipielle Risiko einer Geldanlage findet sich bei Aktien, nämlich das Ertragsrisiko. Manche Aktiengesellschaften schütten eine Dividende aus, allerdings haben Sie als Anleger kein generelles Recht auf diese Ertragsform. Bei manchen Aktiengesellschaften ist das Ertragsrisiko allerdings nur theoretisch, weil, schon seit vielen Jahren kontinuierlich in jedem Jahr eine stabile Dividende ausgeschüttet wird.

Ein Währungsrisiko als viertes mögliches Risiko gibt es nur bei Aktien, die nicht in Euro, sondern in einer fremden Währung notiert werden. In diesem Fall kann nämlich der jeweilige Devisenkurs beeinflussen, welchen Gegenwert Sie in Euro bei einem eventuellen Verkauf der Aktien erhalten.

Wie sichere ich mich gegen Risiken beim Aktien-Investment ab?

Nachdem Sie nun alle Risiken erkennen, die mit einem Investment in Aktien verbunden sein können, stellt sich naturgemäß folgende Frage: Wie kann ich möglichst viele oder im besten Fall sogar alle dieser Risiken absichern? Eins vorweg: Das Emittentenrisiko bei Aktien können Sie im Grunde durch keine Maßnahme absichern. Sie haben schlichtweg keinen Einfluss darauf, ob die Aktiengesellschaft beispielsweise schwerwiegende Fehler in der Geschäftsführung macht und deshalb Insolvenz anmelden muss oder nicht. Die gute Nachricht ist allerdings, dass Sie zumindest gegen das Kursrisiko einiges tun können, um eventuelle Verluste zu begrenzen oder im besten Fall zu verhindern.

Gegen eventuelle Währungsrisiken können Sie sich ebenfalls absichern, nicht jedoch gegen das Ertragsrisiko. Sie haben nämlich wiederum keinen Einfluss darauf, ob die Aktiengesellschaft einen Dividende zahlt und wie hoch diese ausfällt. Bei Aktien können Sie sich also insbesondere hinsichtlich des Kurs- und Währungsrisikos gegen drohende Verluste absichern, nämlich insbesondere durch die folgenden Maßnahmen:

  • Stop-Loss Order erteilen
  • Diversifizieren
  • Chart- und Fundamentalanalyse durchführen

Auf diese drei Maßnahmen, die im Idealfall dazu führen, dass Sie Verluste beim Aktien-Investment deutlich verringern, möchten wir im Folgenden etwas näher eingehen.

Stop-Loss Order: mögliche Verluste individuell begrenzen

Die einfachste und sicherlich auch bekannteste Maßnahme, um die Höhe der mögliche Verluste bei einem Aktien-Investment zumindest zu begrenzen, ist dies Stop-Loss Order. Diese funktioniert allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Sie die Aktien bereits im Bestand haben. In diesem Fall können Sie der Bank oder dem Broker einen speziellen Auftrag erteilen. Dieser beinhaltet, dass die im Bestand befindlichen Aktien unter der Voraussetzung automatisch und ohne Ihr aktives Handeln veräußert werden, falls der von Ihnen vorgegebene Stopp-Kurs erreicht wird. Wie aber funktioniert dies Torpedos Order im Detail?

Nehmen wir einmal an, Sie haben 100 BASF Aktien zum Kurs von 35,80 Euro je Aktie erworben. Derzeit ist der Kurs nach einem Anstieg auf einem Niveau von 43,90 Euro angelangt. Sie haben also noch nicht realisierte Gewinne erzielt. Um diese Gewinne abzusichern und sich damit gleichzeitig vor eventuellen Verlusten zu schützen, können Sie beispielsweise eine Stop-Loss Order mit der Marke 41 Euro erteilen. Sie erreichen damit zum einen, dass Sie zumindest einen kleinen Gewinn sichern. Zum anderen verringern Sie dadurch Verluste. Die Aktienposition wird nämlich automatisch verkauft, sollte der Kurs auf 41 Euro sinken.

Nach dem gleichen Prinzip können Sie im Grunde jede Aktienposition in Ihrem Depot absichern. Nicht immer geht es dabei nur um die Gewinnsicherung. Manchmal können Sie bei bereits verlustreichen Position ebenfalls verhindern, dass die Verluste größer werden und vielleicht sogar realisiert werden müssen.

Mit der Diversifikation Verluste statistisch reduzieren

Mit einer Diversifikation können Sie Verluste zwar nicht generell verhindern, wie es unter Umständen mit der Stop-Loss Order möglich ist. Allerdings ist es statistisch erwiesen, dass Sie durch die Aufteilung des Kapitals auf mehrere Aktien den Gesamtverlust Ihres Portfolios verringern können. Hier greift im Grunde die einfache Mathematik: Befindet sich in Ihrem Aktien Depot lediglich eine Aktienposition, würden sich dortige Verluste in vollem Umfang auf den Gesamtverlust Ihres Portfolios auswirken. Fällt der Kurs der Aktie also beispielsweise um 25 Prozent, würde dies bei Ihnen zu einem Kapitalverlust von ebenfalls 25 Prozent führen.

Nehmen Sie stattdessen eine Diversifikation vor und verteilen Ihr Kapital beispielsweise auf fünf unterschiedlichen Aktienwerte, ist die Wahrscheinlichkeit vergleichsweise gering, dass bei all diesen fünf Aktien Verluste entstehen. Somit können Sie im besten Fall ein oder zwei verlustreiche Bestandspositionen durch Gewinne der anderen Aktienwerte kompensieren. Darüber hinaus hat die Diversifikation noch einen positiven Nebeneffekt: Sie dient nicht nur der Verlustbegrenzung (statistisch), sondern darüber hinaus lässt sich oftmals die Rendite Ihres Portfolios optimieren.

Chartanalyse durchführen und Handelssignale erkennen

Die Chartanalyse ist insbesondere dann ein mögliches Mittel zur Verlustreduzierung, wenn Sie er kurz- oder mittelfristig orientiert sind. Für langfristige Investoren eignet sich demgegenüber eher die Fundamentalanalyse, denn die so ermittelten Kennzahlen dienen der langfristigen Einschätzung des jeweiligen Unternehmens. Bei der Chartanalyse geht es vor allem darum, in der Vergangenheit stattgefundene Regelmäßigkeiten bei der Kursentwicklung zu identifizieren und dementsprechend mit einer möglichst hohen Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, wann sich der Aktienkurs an welchen Punkten wie verhalten könnte. Abzulesen sind diese möglichen Kursbewegungen an sogenannten Handelssignalen. Diese deuten darauf hin, ob der Aktienkurs in naher Zukunft steigen oder fallen könnte.

Die Chartanalyse ist allerdings kein einfaches Instrument, denn es erfordert gewisse Erfahrungen und Fachwissen. Sie müssen zum einen Handelssignale überhaupt erkennen können. Zum anderen müssen die Signale richtig interpretiert werden, was nicht immer ganz einfach ist. Aus diesem Grund dient die Chartanalyse insbesondere erfahrenen Tradern und Anlegern als Mittel, um Verluste zu verhindern oder zumindest zu begrenzen.

Alle zuvor genannten Maßnahmen können Sie uns nicht nur zur Reduzierung möglicher Verluste nutzen. Genauso gut funktionieren Chartanalyse, Stop-Loss Order und Diversifikation, statistisch höhere Gewinne zu erzielen oder diese zu sichern. Alle Maßnahmen fallen in die Kategorie Risikomanagement, welches es bei jeder größeren Aktienposition geben sollte.